Der Goldkopflangur
Die Grundfärbung der Goldkopflanguren ist sowohl bei den Männchen
als auch bei den Weibchen dunkelbraun bis fast schwarz. Der Kopf ist bis
zu den Schultern gold bis gelblich, wobei die Haube auf dem Kopf am hellsten
gefärbt ist. Ein graues Band verläuft von den Oberschenkeln bis
zum Rücken und bildet ein "V" über der Schwanzwurzel. Der einzige
äußere Unterschied zwischen den Geschlechtern ist ein weißer
Schamfleck bei den Weibchen. Das Jugendfell der Goldkopflanguren ist wie
bei den übrigen Arten der Gattung Trachypithecus in Vietnam leuchtend
orange.
Verbreitung und Ökologie
Der einzige Ort,
an dem Goldkopflanguren bis jetzt nachgewiesen werden konnten, ist die Insel
Cat Ba. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese Langurenart jemals
auf dem Festland gelebt hat. Wissenschaftler nehmen deshalb an, dass die
Languren bereits vor langer Zeit in die Cat Ba Region einwanderten,
spätestens vor Ende der letzten Eiszeit. Danach verwandelte die weltweite
Gletscherschmelze und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels die
ehemalige Gebirgslandschaft Ha Long in einen Archipel, und Cat Ba wurde vom
Festland abgetrennt.
Der Goldkopflangur ist ebenso wie seine nächsten Verwandten in Nordvietnam
und Südchina spezialisiert auf das Leben in einer Karstlandschaft und
in Kalksteinwäldern. Ganzjährig suchen sie zum Schlafen Spalten
und Höhlen in den schroffen Karsthängen auf. Wissenschaftler vermuten,
dass die Höhlen den Tieren Schutz vor ungünstigen Wetter- und
Temperaturbedingungen bieten. Eine Goldkopflanguren-Gruppe besitzt bis zu
12 verschiedene Schlafplätze. Die Gruppe bleibt ein bis zwei Tage und
zieht dann weiter zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit.
Die Nahrung
der Goldkopflanguren besteht hauptsächlich aus Blättern. Daneben
werden auch junge Triebe, Blüten, Rinde und einige Früchte aufgenommen,
die für den Menschen jedoch ungenießbar sind. Der Großteil
der Nahrung enthält viele Ballaststoffe, eine hohe Konzentration an
Gerbsäuren und oftmals weitere Stoffe, die für andere Tiere, auch
für den Menschen, giftig sind.
Bedrohungsstatus
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Goldkopflanguren als eine
der weltweit bedrohtesten Affenarten ein. Nur noch etwa 65 Tiere leben in
freier Wildbahn. Die Population schrumpfte zwischen 1960 und 2000 von etwa
2500 bis 2800 auf nur noch 53 Tiere: Dies ist ein Rückgang um 98 % in
nur vierzig Jahren.
Heute gibt es sieben isolierte Sub-Populationen auf der Insel, von denen
einige reine Weibchengruppen enthalten, die nicht zur Reproduktion beitragen
können. Gejagt werden Goldkopflanguren hauptsächlich für die
traditionelle Medizin, um den so genannten Affenbalsam (Knochengelatine)
herzustellen. Nur selten wurden die Affen zum Verzehr erbeutet, da ihr Fleisch
unangenehm riecht. |