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Goldkopflangur - Foto: Bayrischer Rundfunk Der Goldkopflangur

Die Grundfärbung der Goldkopflanguren ist sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen dunkelbraun bis fast schwarz. Der Kopf ist bis zu den Schultern gold bis gelblich, wobei die Haube auf dem Kopf am hellsten gefärbt ist. Ein graues Band verläuft von den Oberschenkeln bis zum Rücken und bildet ein "V" über der Schwanzwurzel. Der einzige äußere Unterschied zwischen den Geschlechtern ist ein weißer Schamfleck bei den Weibchen. Das Jugendfell der Goldkopflanguren ist wie bei den übrigen Arten der Gattung Trachypithecus in Vietnam leuchtend orange.

Verbreitung und Ökologie

Goldkopflanguren-Gruppe - Foto: Bayrischer Rundfunk Der einzige Ort, an dem Goldkopflanguren bis jetzt nachgewiesen werden konnten, ist die Insel Cat Ba. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese Langurenart jemals auf dem Festland gelebt hat. Wissenschaftler nehmen deshalb an, dass die Languren bereits vor langer Zeit in die Cat Ba Region einwanderten, spätestens vor Ende der letzten Eiszeit. Danach verwandelte die weltweite Gletscherschmelze und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels die ehemalige Gebirgslandschaft Ha Long in einen Archipel, und Cat Ba wurde vom Festland abgetrennt.

Der Goldkopflangur ist ebenso wie seine nächsten Verwandten in Nordvietnam und Südchina spezialisiert auf das Leben in einer Karstlandschaft und in Kalksteinwäldern. Ganzjährig suchen sie zum Schlafen Spalten und Höhlen in den schroffen Karsthängen auf. Wissenschaftler vermuten, dass die Höhlen den Tieren Schutz vor ungünstigen Wetter- und Temperaturbedingungen bieten. Eine Goldkopflanguren-Gruppe besitzt bis zu 12 verschiedene Schlafplätze. Die Gruppe bleibt ein bis zwei Tage und zieht dann weiter zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit.

Goldkopflangur - Foto: S. KoboldDie Nahrung der Goldkopflanguren besteht hauptsächlich aus Blättern. Daneben werden auch junge Triebe, Blüten, Rinde und einige Früchte aufgenommen, die für den Menschen jedoch ungenießbar sind. Der Großteil der Nahrung enthält viele Ballaststoffe, eine hohe Konzentration an Gerbsäuren und oftmals weitere Stoffe, die für andere Tiere, auch für den Menschen, giftig sind.

Bedrohungsstatus

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Goldkopflanguren als eine der weltweit bedrohtesten Affenarten ein. Nur noch etwa 65 Tiere leben in freier Wildbahn. Die Population schrumpfte zwischen 1960 und 2000 von etwa 2500 bis 2800 auf nur noch 53 Tiere: Dies ist ein Rückgang um 98 % in nur vierzig Jahren.
Heute gibt es sieben isolierte Sub-Populationen auf der Insel, von denen einige reine Weibchengruppen enthalten, die nicht zur Reproduktion beitragen können. Gejagt werden Goldkopflanguren hauptsächlich für die traditionelle Medizin, um den so genannten Affenbalsam (Knochengelatine) herzustellen. Nur selten wurden die Affen zum Verzehr erbeutet, da ihr Fleisch unangenehm riecht.