Logo ZGAP Goldkopflangur - Foto: Bayrischer Rundfunk

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Die Bevölkerung im Dienste des Langurenschutzes

Patrouille registriert illegale WaldnutzungEin Drittel der verbliebenen Goldkopflanguren lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zu menschlichen Siedlungen. Hier sind illegale Jagd und Holzeinschlag besonders intensiv und die Tiere somit besonders gefährdet. Durch den Mangel an Personal und Ausrüstung können die Ranger die Tiere in diesen Gebieten kaum effektiv schützen. Hier mussten Alternativen gefunden werden, um den Goldkopflangur zu schützen. Der Kernpunkt des alternativen Ansatzes war die direkte Einbindung der ansässigen Bevölkerung in den Langurenschutz .

Languren-Wachen-Programm

Alle Languren in diesen Gebieten stehen nun unter dem Schutz ausgewählter einheimischer Familien, den so genannten "Languren-Wachen". Die lokale Regierung unterstützt das Programm, indem sie es den "Languren-Wachen" erlaubt, Personen des geschützten Gebietes zu verweisen, die sich unerlaubt in ihm aufhalten, und Gegenstände, die sich zur Jagd eignen, zu beschlagnahmen. Die "Languren-Wachen" leisten zudem Aufklärungsarbeit in ihren Dorfgemeinschaften. Einige von ihnen waren früher selbst erfolgreiche Langurenjäger und kennen sich daher sehr gut mit den Tieren und der einmaligen Natur auf Cat Ba aus, so dass sie eine wichtige Informationsquelle für das Projekt darstellen.

Dorf-Waldschutzgruppe

Dorf-Waldschutzgruppe - Foto: J. AdlerIm zweiten Schritt des Programms "Cat Bas Menschen schützen die Goldkopflanguren" wurden zwei Dorf-Waldschutzgruppen etabliert. Die Mitglieder dieser Patrouillegruppen kümmern sich um den Waldschutz in der Umgebung ihrer Dörfer und sichern damit gleichzeitig Langurengrenzgebiete. So entstand eine geschützte "Puffer-Zone" um den unmittelbaren Lebensraum der Goldkopflanguren. Die Mitarbeiter des Programms verstehen sich nicht nur als Kontrolleure, die regelmäßig Patrouillen durchführen, sondern auch als Lehrer. Sie besuchen Familien in ihren Dörfern und informieren sie persönlich über Naturschutzfragen.

In den vergangenen Jahren verhinderten sowohl die "Languren-Wachen" als auch die Mitglieder der Dorf-Waldschutzgruppen die Abholzung seltener Bäume, zerstörten zahllose Fallen, befreiten gefangene Tiere und beschlagnahmten Waffen. Über ihre Aktionen wurde in diversen Zeitungen und Fernsehreportagen berichtet.

Kommunale Initiative für Wald und Umweltschutz

2006 wuchs Cat Bas "Artenschutz-Familie" des Goldkopflanguren-Schutzprojektes noch einmal ganz erheblich: In Zusammenarbeit mit der Forstbehörde wurden Waldschutzklubs in fünf Dörfern aufgebaut - eine Maßnahme, die sowohl dem Waldschutz als auch dem Umweltschutz dienen soll. Hiermit wurde ein wichtiger Schritt in Richtung auf ein weiteres Nahziel des Schutzprojektes getan: die Sicherung von ausreichend Lebensraum für die hoffentlich weiter anwachsende Langurenpopulation.

Die insgesamt 108 Mitglieder der Waldschutzklubs haben bis dato großartige Erfolge erzielt, insbesondere im direkten Forst- und Artenschutz. 2006 gelang es der illegalen Vogeljagd auf Cat Ba Einhalt zu gebieten und das illegale Sammeln von seltenen Pflanzen stark zu reduzieren.

Unterstützung für den Cat Ba Nationalpark

Cat Bas Artenvielfalt ist von globaler, regionaler und lokaler Bedeutung, dennoch sind hier Natur- und Artenschutz nach wie vor mit massiven Problemen konfrontiert. Cat Ba National Park wird in der Zukunft in weitaus stärkerem Maße als bisher seiner Rolle als Hauptinstanz in Sachen Artenschutz gerecht werden müssen. Ein erheblicher Teil der Aktivitäten des Projektes richtet sich deshalb auf die direkte Unterstützung des Nationalparks und die Vorbereitung der Parkmitarbeiter auf ihre zukünftigen, erweiterten Aufgaben..

Edukation in den Siedlungen Hilfeleistungen umfassen unter anderem das Bereitstellen von dringend benötigter technischer Ausrüstung für die Ranger, Beratung bzgl. Park- und Personalmanagement und Sachverständigen-Beistand in allen Belangen der Naturschutzmaßnahmen innerhalb des Parks sowie seines Fortbestands. In den vergangenen Jahren war das Projekt maßgeblich an der Neuschreibung der Parkgrenzen sowie der Entwicklung des Biosphärenreservats beteiligt. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Aus- und Weiterbildung von Parkmitarbeitern.

Umwelterziehungsprogramme

Das Interesse der Menschen für Tier- und Pflanzenwelt zu wecken, sie über den Bedrohungszustand einzelner Arten oder ganzer Ökosysteme und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur aufzuklären, sind wichtige Aufgaben des Natur- und Artenschutzes. Angesichts des kritischen Status des Goldkopflanguren richtet das Projekt seine Erziehungsprogramme vornehmlich auf die derzeitigen Entscheidungsträger aus, also Erwachsene und Behördenvertreter. Die Projektmitarbeiter versuchen nicht, die anonyme Masse zu überzeugen, sondern gehen gezielt auf einzelne Menschen zu, um sie aufzuklären, darunter Jäger, Fallensteller oder Tierhändler.