Die zwei größten Herausforderungen für das Projekt
Keine Verluste an Languren durch Wilderei
Den derzeitigen Schutzstatus für das bestehende Jagdverbot auf den
Goldkopflanguren aufrecht zu erhalten und unter allen Umständen
Languren-Wilderei zu verhindern, werden herausragende Ziele des Projektes
bleiben. In der Region besteht wie ehedem eine große Nachfrage nach
"Affenbalsam" - trotz der intensiven Aufklärungsarbeit, die von vielen
in Vietnam agierenden internationalen Artenschutzorganisationen geleistet
wird. Fachleute befürchten, dass durch steigende Einkommen mehr Menschen
in Vietnam und angrenzenden Ländern die Möglichkeit haben werden,
die vergleichsweise teuren Zielobjekte der traditionellen Medizin zu erstehen,
und dass sich der Wildereidruck in Zukunft eher intensivieren denn reduzieren
wird.
Steigerung der Fortpflanzungsrate der Languren
Fortschreitende landwirtschaftliche
und touristische Entwicklung in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben zu
einer starken Fragmentierung des Lebensraumes der Languren geführt und
damit zu einer Verinselung der verbliebenen Langurenpopulation. Die
Goldkopflanguren überleben nun in sieben isolierten Sub-Populationen.
Ein Austausch von Individuen zwischen diesen Sub-Populationen ist nicht mehr
möglich. Die meisten Gruppen sind für diese Art von Primaten
unnatürlich klein. All dies hat negative Auswirkungen auf das
Fortpflanzungsverhalten der Goldkopflanguren. Nur einige wenige Gruppen bringen
derzeit noch Nachwuchs hervor.
Unter den gegebenen Unständen ist nicht zu erwarten, dass sich die
Langurenpopulation ohne massive Hilfestellung von allein und in absehbarer
Zeit erholen wird. Die einzig verbliebene Lösung ist die Umsiedlung
einzelner Affen oder Affengruppen innerhalb von Cat Ba. Für diese
schwierige Aktion werden dringend weitere Gelder benötigt. Die
Umsiedlung ist zwingend notwendig, um die Fortpflanzungsrate der Goldkopflanguren
zu erhöhen, einen Verlust an genetischer Vielfalt zu vermeiden und damit
das langfristige Überleben dieser Primatenart zu sichern. |